City of Future 2.0 – Wenn junge Talente die Stadt von morgen weiterdenken

Wie muss eine Stadt aussehen, in der wir auch in Zukunft gut leben können? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Ricarda-Huch-Schule und der Weibelfeldschule im gemeinsamen Begabtenförderungsprojekt „City of Future 2.0“.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht fertige Antworten, sondern eigene Ideen, Forschergeist, Kreativität und die Bereitschaft, Lösungen zu entwickeln, auszuprobieren und weiterzudenken.

Eine Stadt, die weiterentwickelt werden musste

Bereits im vergangenen Jahr hatten Schülerinnen und Schüler eine eigene Stadt der Zukunft entwickelt. Sie beschäftigten sich unter anderem mit Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Wasser, Bildung und Gesundheitswesen. Unterschiedliche Interessen mussten berücksichtigt, Entscheidungen diskutiert und schließlich in einem gemeinsamen Stadtmodell zusammengeführt werden.

Nach dem Extremsommer 2026 wurde dieses Modell erneut zum Ausgangspunkt. Nun ging es darum zu untersuchen, wie gut die Stadt mit Hitze, Trockenheit und Starkregen umgehen kann.

Die Schülerinnen und Schüler analysierten Schwachstellen, entwickelten Lösungen und bauten ihre Stadt weiter um. Dabei beschäftigten sie sich mit Begrünung, Wasserrückhalt, Versickerung, Starkregenvorsorge und dem Prinzip der Schwammstadt.

Die Idee hinter dem Projekt: Petra Carbon

Die Idee für „City of Future 2.0“ stammt von Petra Carbon, Lehrerin und Projektkoordinatorin für MINT an der Weibelfeldschule. Petra Carbon konzipierte das Projekt und führte es mit großem Engagement erfolgreich durch.

Sie setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Schülerinnen und Schüler für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Petra Carbon engagiert sich als MINT-Botschafterin, als Ansprechpartnerin für MINT-freundliche und Digitale Schulen in Hessen sowie als Code Week Leading Teacher. Zudem ist sie Landeskoordinatorin für Jugend präsentiert Kids in Hessen.

Kennzeichnend für ihre Arbeit ist ein Ansatz, bei dem Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen erwerben, sondern selbst forschen, experimentieren, entwickeln und gestalten. Mit ihren Bildungsprojekten war Petra Carbon bereits auf nationaler und europäischer Ebene bei „Science on Stage“ vertreten.

Forschen, experimentieren, gestalten

Auch bei „City of Future 2.0“ blieb es nicht bei theoretischen Überlegungen. Die Schülerinnen und Schüler bauten, maßen, experimentierten und entwickelten ihre Ideen weiter.

Sie untersuchten beispielsweise, welcher Boden besonders viel Wasser aufnehmen kann, wie sich verschiedene Oberflächen bei Sonneneinstrahlung erwärmen und welche Vorteile begrünte Dächer bieten können. Dabei wurde deutlich, dass eine zukunftsfähige Stadt verschiedene Herausforderungen gleichzeitig berücksichtigen muss.

Einige Schülerinnen und Schüler entwickelten ihre Modelle besonders intensiv weiter. Andere nutzten Makey Makey, um Teile der Stadt interaktiv zu gestalten und ihre Lösungen anschaulich zu präsentieren. Eine Schülerin griff ihre Idee sogar zu Hause weiter auf und entwickelte daraus eine eigene Präsentation.

Begabtenförderung über Schulgrenzen hinweg

„City of Future 2.0“ zeigt besonders anschaulich, was Begabtenförderung leisten kann. Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, eigenen Interessen nachzugehen, komplexe Zusammenhänge zu untersuchen und selbstständig kreative Lösungen zu entwickeln.

Gleichzeitig ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für schulübergreifende Zusammenarbeit. Die Weibelfeldschule und die Ricarda-Huch-Schule kooperierten im Bereich der Begabtenförderung und eröffneten ihren Schülerinnen und Schülern damit Lernmöglichkeiten über die Grenzen der eigenen Schule hinaus.

Unterschiedliche Ideen, Perspektiven und Stärken konnten zusammenkommen. Genau darin liegt eine besondere Chance solcher Kooperationen: Talente werden sichtbar, Interessen können vertieft werden und junge Menschen erhalten Raum, ihre eigenen Ideen weiterzuentwickeln.

Zukunft wird gestaltet

Die Herausforderungen der Modellstadt sind eng mit realen Entwicklungen verbunden. Auch Städte und Gemeinden müssen sich zunehmend mit Hitze, Trockenheit, Starkregen, Begrünung und Wassermanagement auseinandersetzen.

Im Projekt wurden diese Themen unmittelbar erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler konnten beobachten, messen, verändern und selbst Lösungen entwickeln.

Damit steht „City of Future 2.0“ für eine zentrale Idee der Begabtenförderung:

Zukunft ist nichts Fertiges. Zukunft muss immer wieder neu gedacht und gemeinsam gestaltet werden.

Verfasserin: Lena Kunkel, September 2026